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E I N E    K L E I N E    G E S C H I C H T E

Ich glaube, die ersten Worte die mir als Windelpaket aus dem Mund schlüpften, drehten sich um die Spezies Hund. Ich war wie verzaubert und magisch angezogen von diesen weichen Fellbündeln mit den nassen schwarzen Nasen und den runden großen braunen Augen. Es war nicht so, daß es mit an tierischen Begleitern gemangelt hätte. Mit meinen drei Geschwistern auf dem Land aufgewachsen, bestanden meine Lieblingsfreunde aus den zahlreichen Tieren auf unserem Hof. Da waren erst einmal meine preferierten Freunde, die Hühner. In der Sommersonne auf dem Hof im brauen Hühnerkasten aus Holz sitzend, die Hühner um mich herum und mit den goldenen Körnern in den Händen spielend, war ich glücklich. Ich brachte meinen Freunden zahlreiche Tricks bei und liebte es, meine Nase in die Federn zu stecken und den tollen Geruch aufzunehmen. Für mich bestanden die wunderbarsten Gerüche dieser Welt aus dem Duft von klarer frischer Luft an einem frühen Frühlingsmorgen; dem Geruch von Holz, das von der Sonne erwärmt worden ist; vom reinen Geruch um 5 Uhr morgens des Asphaltes unserer Straße.

Das Größte war es jedoch die zahlreichen Tiere zu schnuppern und ihren Geruch tief einzusaugen. Außer Hühnern gab es noch Gänse, Schweine, die Kühe der Patentante und die Arbeitspferde der Großtante. Ich hatte große Freude, wenn mich mein Großvater auf den riesigen Schweinen reiten ließ. Wenn die Pferde den Pflug auf dem Acker zogen, durfte ich auf ihrem warmen Rücken verweilen. So hätte ich eigendlich rundherum zufrieden sein können, wenn da nicht die unstillbare Sehnsucht nach einem "Bobby" gewesen wäre.

(Photo: Im Garten mit meinen Großeltern Christoph und Marie Dambmann und zwei meiner Geschwister: Sonja und Jürgen)

Älter werdend und mit dem Erlangen von mehr Sprachgewandtheit, bettelte ich meine Eltern um einen "Bobby" an. Einen Hund, der aussehen sollte wie mein schwarzer lockiger Spielzeughund, den ich an einer Kordel auf seinen roten Rollen hinter mir herzog. Ein lebendiger Bobby lebte in meinen Träumen. Nie werde ich deshalb den 24. Dezember im Jahre 1961 vergessen.

Weihnachten war jedesmal ein wundervolles Fest für uns Kinder, voller Geheimnisse um das Christkind, das wir uns als einen wunderschönen Engel mit goldenem gelockten Haar und großen weißen Flügeln vorstellten. Heimlich hatten wir bereits den ganzen Tag mit angehaltenem Atem durch das Schlüsselloch der Wohnzimmertür gelugt, um einen Blick auf diese wunderschöne, geheimnisvolle Fee zu erhaschen.

Uns war verboten worden die Tür zu öffnen, da wir sonst das scheue Christkind erschrecken könnten beim bringen und schmücken des Christbaums und ablegen der Geschenke.

Einmal glaubte ich sogar, Etwas in einem weißen Kleid vorbeihuschen gesehen zu haben. Ich hatte sogar das Gefühl, das raschelnde und knisternde Geräusch des prächtigen himmlischen Kleides gehört zu haben, als das Christkind durch den Raum zum Fenster schritt, um wieder in die Nacht hinaus zu fliegen.
 
(Photo: Warten auf das Christkind)
(Photo: Die Bescherung [v.links: meine Schwester Sonja, ICH, meine Schwester Birgit)  

Unsere Mutter klingelte mit einem Glöckchen. Das bedeutete, wir durften endlich das Wohnzimmer mit seinem festlich geschmückten Christbaum betreten.Der Raum war dunkel und wurde nur durch die zahlreichen funkelnden hellen Kerzen des Baumes erleuchtet. Das Lametta und die bunten Kugeln leuchteten im Schein der Lichter um die Wette. Wie immer waren wir sprachlos vor ehrfürchtigem Staunen.

Zu unserer großen Freude durften wir an diesem Tag immer etwas länger aufbleiben.
In das Spiel mit meinem neuen Geschenk vertieft, bemerkte ich zunächst nicht, daß sich die Tür geöffnet hatte und mein Großvater im Türrahmen stand. Ein unbekanntes Geräusch ließ mich aufblicken. Es schien von etwas zu kommen, daß Großvater auf dem Arm hatte. Da stand er, mit einem schwarzem, winzigem  Etwas.

Es hatte gelocktes Haar, eine schwarze nasse Nase und Schlappohren. Ein kleines wedelndes Schwänzchen war sichtbar. Zwei große dunkelbraune Kulleraugen lugten aus einem wuscheligen Gesicht hervor.

 

Mein Opa kam langsam auf mich zu und legte das Fellbündel behutsam in meinen Schoß.  Eine kleine rosa Zunge fuhr hervor und schlabberte über mein Gesicht. Ich saß regungslos und wie angewurzelt da und konnte es zuerst gar nicht glauben. Ein Bobby?... Ein Bobby!!! Ein richtiger, wirklicher Bobby!

(Photo: Mein Großvater Christoph Dambmann)

Noch heute erinnere ich mich an das gütige und liebevolle Lächeln meines Großvaters, als er Bobby in meinen Schoß legte. Sein Geschenk der Liebe sollte mein ganzes weiteres Leben nachhaltig prägen.
Meine Großmutter erzählte mir später, daß die letzten Worte meines Großvaters auf dem Sterbebett seinem Bobby galten. Ja, es war auch sein Bobby, da er ihn  genauso stark liebte wie ich selbst. Er sagte: "Passt mir gut auf mein Hundchen auf"...
 
An dieser Stelle möchte ich meinen Großeltern und Eltern für die Erfahrung danken die ich machen durfte.
Die Erfahrung, mit einem treuen, wunderbaren Freund aufwachsen zu dürfen. Mein vierbeiniger Freund und ich waren unzertrennlich.
Egal wo ich als Kind hinging, er war immer dabei. Auf unseren täglichen Ausflügen kamen wir oft an einem großen Bauernhof am Ende des Dorfes vorbei. Auf dem Hof sahen wir stets einen kleinen braunen Hund, der bei jedem Wind,- und Wetter draußen alleine war.
Es war ein freundlicher Hund, mit kurzem Fell und einem langen dünnen Schwanz. Eines Tages habe ich mir schließlich ein Herz gefasst und klopfenden Herzens an der hölzernen Eingangstür zum Haus geklingelt.

Die Tür wurde von einem großen kräftigen alten Mann geöffnet. Seine grauen Augen, die aus einem braunen, faltigem Gesicht hervorstachen, blickten fragend zu mir herunter. Obwohl mir sein Aussehen mit dem dichten grauen Bart Furcht einflößte, faßte ich mir ein Herz und fragte: "Darf der Hund mit mir spazieren gehen"?

Angstvoll starrte ich mit gesenktem Kopf das graue Kopfsteinpflaster des Hofes an und wartete was geschah. Schließlich hörte ich ein freundliches Grummeln. Die Tür schloß sich, um sich dann wieder zu öffnen. In den abgearbeiten prankigen Händen hielt der Mann einen gedrehten Strick, den er an dem Halsband des Hundes festknotete. Er überreichte mir das Strickende und sagte: "Er heißt Bobby"!

(Meine Schwester Sonja, Bobby und Ich)

Als ich diesen Namen hörte, war ich verwundert und konnte zuerst gar nicht glauben, was der alte Mann da zu mir gesagt hatte. Er muß es mir angesehen haben, denn er wiederholte den Namen nochmals. "B o b b y"! 
Noch immer verwundert stammelte ich ein Danke und wir zogen ab.
Von diesem Tag an waren wir ein Dreiergespann, meine beiden Bobbys und Ich.
 
Es sollte nicht lange dauern, bis sich ein Mädchen meines Alters zu mir gesellte. Sie hatte keinen Hund und mir war sie schon aufgefallen, da sie uns immer sehnsüchtig nachgeschaut hatte, als wir drei, meine beiden Bobbys und ICH, an dem roten Bahnwärterhäuschen vorbeigingen. Eines Tages drückte ich ihr einfach den Strick, mit dem kleinen braunen Bobby dran, in die Hände und fragte sie, ob sie mit uns spazieren gehen wollte. Das blonde Mädchen hatte Tränen in den Augen vor Glück, da sie auch einen Hund führen durfte. Von diesem Tage an wurden wir unzertrennlich. Sie dankte es mir später, indem sie die großen Jungs verprügelte, die mir in der Schule zusetzen wollten. Meine Freundin war nämlich mindestens zwei Kopf größer als Ich und die Jungs.
Bobby hat mich nahezu 19 1/2 Jahre durch das Leben begleitet. Noch heute danke ich ihm für die wunderschönen Kinderjahre, die ich mit ihm erleben durfte. Er hat mein Leben nachhaltig geprägt.


(Photo: Bobby im Alter von 13 Jahren)
(Photo: Ina/Cocker Spaniel und
Sheila/Schäferhund-Jagdhund)
(Photo: Laska/Podenco Ibicenco Hündin und ICH)
(Photo: Sally/Canadische Schäferhündin)

Nach Bobby gab es noch weitere großartige Hunde in meinem Leben. Einen Tag ohne Hund hätte ich mir niemals vorstellen können. Ich danke Ina, Sheila, Laska und Sally für die großartigen Jahre, die ich mit ihnen erleben durfte. Jahre, die viel zu schnell vergangen sind. Ich bin mir sicher, irgendwann in einem anderen Leben, werden wir uns alle wiedersehen.
Mein Mann Peter, den alle seit seiner Kindheit "Peko" rufen, kam in mein Leben, als Ina und Sheila noch lebten. Unsere späteren gemeinsamen Hunde waren Laska und Sally.
Ina, Sheila, Laska und Sally haben alle ein stolzes Alter erreicht.
Laska wurde sogar nahezu 20 Jahre alt.
Bis dahin hatten wir noch nie etwas von einem Ridgeback gehört, geschweige denn einen gesehen. Diese Spezies mit dem merkwürdigen Strich auf dem Rücken begegnete uns zum erstenmal bei unserem Tierarzt.
Obwohl ich mit Hunden aufgewachsen war, hatte ich ziemlichen Respekt vor diesen kräftigen, großen, braunen Riesen.
Mir war nicht ganz wohl, inmitten von sechs dieser Exemplare, die sich um meine Beine drängten. Als ich am Abend in meinem Bett lag, hatte ich noch die Bilder von diesen eindrucksvollen, wunderschönen Tieren vor Augen, die mich von da an nicht mehr losließen.
Die Monate gingen ins Land und an einem Frühjahrstag im April 2006 betraten wir seit langer Zeit wiedereinmal das Haus unseres Tierarztes.

Es war der Tag, der die Weichen der "Hawkinsara" Ridgebacks stellen sollte.
Wie immer drängten sich unzählige Ridgebacks um unsere Beine, um "Hallo" zu sagen. Inmitten aller dieser Gesellen entdeckte ich einen Mini-RR, der zu mir hochsah, den Kopf auf die Seite legte und die Stirn in tausend Falten runzelte. Mit leuchtenden braunen Augen sah der kleine Kerl mich an und in meinem Kopf explodierten tausend Sterne. Kleine rote Herzchen schwebten über meinem Kopf und meine Beine schienen unter mir nachzugeben.

Es war Liebe auf den ersten Blick, ein solch unbändiges Gefühl, das jede Vernunft in meinem Kopf ausschaltete. Ich bestand nur noch aus Gefühl, so stark, daß die Umwelt um mich herum versank. Bebend bückte ich mich, hob ihn hoch und drückte ihn an mich. Er fühlte sich unaussprechlich weich an. Ich schien mit diesem kleinen Hundebaby zu verschmelzen. Wie heißt er, fragte ich mit rauher Stimme. "Archie" war die Antwort.
Ich übersähte Archies kleines pelziges Köpfchen mit unzähligen Küssen und hatte das Gefühl, vor Liebe zu zerspringen.
Vier Wochen später zog Archie, der erste Ridgeback in meinem Leben, in unser Haus ein. Die Ära der Ridgebacks war gelegt, denn Rhodesian Ridgebacks machen süchtig.

T H E    E N D  !